GRENZEN

Bewertungsgrundlagen

Die Autoren dieser Untersuchung weisen ausdrücklich auf folgende grundsätzliche Bewertungsgrundlagen der Ergebnisse hin:


Die Angabe nur einer A-Konstante ist allgemein auf Intraokularlinsen-Verpackungen üblich. Dieser Usus verschleiert die Realität der Unterschiedlichkeit verschiedener Formeln, auch der sogenannten empirischen Formeln. Korrekt ist hingegen die Verwendung formelspezifischer A-Konstanten (z.B. SRK-T, SRK-II) bzw. entsprechend der ACD-Konstanten (z.B. Haigis) oder des Surgeon-Faktors (Holladay). In den Ergebnistabellen haben wir daher die Ergebnisse auch formelabhängig wiedergegeben.


Die hier wiedergebenen formelbezogenen Refraktionsbilanzen und die ihnen zugrundeliegenden Einzelergebnisse sind wie alle Refraktionsbilanzen durch die Gesamtheit der Einflüsse von verwendeter Biometrietechnik, Keratometerart und individueller Operationstechnik bestimmt. Auch bei Verwendung der hier optimierten A-Konstanten kann es daher in anderen klinischen Umgebungen zu systematischen Abweichungen in den Refraktionsergebnissen kommen. Die Verwendung einer Immersions-Biometrie anstatt der Applanationsbiometrie könnte bei einzelnen Gerätetypen systematisch höhere Gesamtachsenlängenwerte mit Verschiebungen der Refraktionsergebnisse um bis zu 1,5dpt liefern.


Ebenso kommt es allein durch Verwendung unterschiedlicher Keratometer insbesondere bei Verwendung der Brechkraft- anstatt der Radienablesungen zu Unterschieden bis zu 0,8dpt.


Wir betonen hier, daß es in die fachlichen Aufgaben des operierenden Arztes gehört, die gerätespezifischen und praxis-individuellen Einflüsse auf die Refraktionsergebnisse in korrekter Weise zu berücksichtigen. Wir verweisen dazu auf die umfangreiche Fachliteratur und die zahlreichen ärztlichen Fortbildungsmöglichkeiten zu diesem Thema.


Das Grundmaterial der Microsil-IOL ist Silikon. Bei postoperativen Kontrollen der Achsenlängenbiometrie ist zu beachten, daß Silikone mit etwa 1000m/s eine gegenüber der genuinen Linse um etwa die Hälfte kleinere Schallgeschwindigkeit haben. Die im Aphakie-Modus gemessen AL sind daher falsch zu lang und müssen um den Betrag von ca. -0,4mm bis .1,0mm korrigiert werden.