EINFÜHRUNG

Beschreibung der IOL

Die nachfolgende Refraktionsbilanz bezieht sich auf die Silikon-Intraokularlinse „Microsil“ der Firma Dr. SCHMIDT, St. Augustin, Bonn.

Mit der Entwicklung der Microsil-IOL hat die Firma DR.SCHMIDT die Konzeption der Variation des Materialbrechungsindexes bei möglichst großer Konstanz der Krümmungsradien verfolgt.



Vorgehen

Die Firma DR.SCHMIDT, St. Augustin, Bonn, hat sich für die theoretische Vorabberechnung und klinische Validierung der für die IOL-Berechnungen zu empfehlenden sogenannten A-Konstanten durch Gewinnung einer Refraktionsbilanz entschieden.


In der ersten Stufe wurden durch Herrn Dr. W. Haigis, Würzburg, auf der Basis der theoretischen Berechnung in enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller u.a. wesentliche Optimierungen besonders in Bezug auf die Temperaturabhängigkeit der Silikonbrechkraft und das klassische Deklarationsproblem von Scheitelbrechwerten und Hauptebenenbrechkräften erreicht. Nach Abschluß dieser Optimierungen wurde aus den „Werkzeug“-Daten der IOL die Vorhersage für die in-situ-Stärken und daraus eine theoretisch zu erwartende A-Konstante von ca. 118,6 (SRK-II) berechnet.


In der zweiten Stufe wurden in der Praxis Prof. Dr. H.-R. Koch kontrolliert Microsil-IOL implantiert, wobei engmaschig Refraktionskontrollen sowie bei überraschenden Abweichungen von prae-operativer Sollrefraktion (formelabhängiger Vorhersagewert) und post-operativem Ergebnis Kontrollen der Achsenlängen-Biometrie und der Hornhautradienmessungen stattfanden. Unter Ausschluß der durch Abweichungen in der Biometrie verursachten Refraktionsergebnisse sowie der Patienten mit visusmindernden Pathologien wurden Fälle gesammelt, bis mehr als 50 verwertbare Langzeitrefraktionen vorlagen. Definitionsbasis dafür ist hier der typische Abstand der postoperativen Brillenverschreibung, also 6 Wochen. Auf halber Strecke mit etwa der halben Fallzahl wurde eine Zwischenbilanz aufgestellt, bei der sich mit 118,4 (Holladay) schon eine um 0,4 höhere A-Konstante als nach der initialen Werksschätzung ergab. Die Refraktionsbilanz mit der vollen Fallzahl bestätigte diesen Trend mit dem Ergebnis von 118,6 (Holladay).


Interessanterweise zeigen die Vorhersageergebnisse der früh-postoperativen und der Langzeit-Refraktionsbilanz keinen relevanten Unterschied. Daher sind die Berechungen abschließend für die Gesamtfallzahl (n=114) durchgeführt worden.